Der Rundgang beginnt an der Ecke Gärtnerstraße. Fotos: Gogol

 

Die Calandrellistraße ist eine Straße im Ortsteil Lankwitz. Sie beginnt an der Mozart- und endet an der Leonorenstraße.

Benannt wurde die Straße nach dem Bildhauer Alexander Emil Lodovico Calandrelli, der 1903 in Lankwitz starb. Zahlreiche Denkmäler in Berlin stammen von dem Künstler, etwa das Bronzerelief an der Ostseite der Siegessäule im Tiergarten, Teile des Relieffrieses am Roten Rathaus, die Marmorstatue des Peter Cornelius für die Vorhalle des Alten Museums, die Reiterstatue Friedrich Wilhelm IV. vor der Nationalgalerie sowie die Bronzestandbilder Scharnhorsts und Roons für die Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses.

Die Straße liegt in einer vom Bauunternehmer Felix Rosenthal gegen Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Villenkolonie.Heute wird dieses Viertel auch Komponistenviertel genannt, weil die Straßen nach Komponisten wie Mozart, Beethoven und Bruckner benannt sind.

Die wohl bekannteste Villa ist die „Siemensvilla“ an der Calandrelli- /Ecke Gärtnerstraße. Das Haus wurde 1913 – 1916 Fritz Freymüller für den Direktor der Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft, Friedrich Christian Correns, errichtet. Pförtner und Gärtnerhaus sowie die Einfriedung wurden vom Architekten Albert Denzel entworfen. Nach dem Tod Correns verkaufte seine Witwe das Anwesen 1925 an Werner Ferdinand von Siemens. Bis zu dessen Tod blieb die Villa im Besitz der Familie.

Von 1941 bis 1976 war die Villa Sitz des Ibero-Amerikanischen Instituts, bis 2012 das Deutsche Musikarchiv. Im Oktober 2010 erwarb der Geschäftsmann Stefan Peter das Anwesen im Bieterverfahren vom Bund. Im September diesen Jahres werden die Business School Potsdam Berlin (BSP) und die Medical School Berlin dort einziehen. Derzeit finden in der Villa Dreharbeiten statt. Das ZDF lässt dort Teile der Geschichte des Hotels Adlon verfilmen.

Entlang der „grünen“ Straße gibt es zahlreiche weitere „Villen“, mal historisch, mal modern. Ein Gebäude, das ins Auge fällt, befindet sich an der Ecke zur Mozarstraße, wo auch der Eingang zu finden ist. Es ist eine Pension, die zur DRK-Schwesternschaft gehört. 1875 wurde die erste Schwesternschaft gegründet, heute betreibt der gemeinnützige Verein fünf Kliniken, ein Pflegeheim, das Bildungszentrum für Pflegeberufe – und die Pension an Mozertstraße, wo Berlinbesucher günstig übernachten können.

Doch nicht nur große Villen und beeindruckende Häuser sind an der Calandrellistraße zu finden, sondern auch ganz einfache Mietshäuser, wie die mit den Hausnummern 27 bis 29. Sie gehören dem Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG. Der wurde am Am 1. September 1900 gegründet. Bei der der Gründungsversammlung der Genossenschaft erklärten „270 Staatsbeamte ihren Beitritt zur Genossenschaft, die sich dem Ziel verpflichtet hatte, ihren Mitgliedern zu gesunden und preiswerten Wohnungen zu verhelfen“, heißt es in der Geschichte der eG. Damals ausschließlich für Beamte, deren Witwen und ledige Töchter gegründet, können heute alle, die der Genossenschaft beitreten, sich für die Wohnungen bewerben.

Auch für Kinder hat die Straße etwas zu bieten – einen Spielplatz aus Holz lädt zum Toben ein.