
Eine große Auswahl an Schüsseln, Tassen und Kannen aus Keramik erwartet die Besucher beim Töpfermarkt. Archiv- Foto: Gogol
Gebrauchskeramik aber auch künstlerische Objekte finden Besucher auf dem 25. Berliner Töpfermarkt, der am 25. und 26. Mai auf der Domäne Dahlem stattfindet. Die Töpfer und Töpferinnen präsentieren verschiedene Techniken und Stilrichtungen, und die Scarabäus-Keramikwerkstatt „Königsblau“ Schmerwitz führt das Töpfern auf der Drehscheibe vor. Auch das Töpfern auf einer Fußdrehscheibe wird gezeigt.
Neben den Töpfern sind auch weitere Handwerker vertreten wie Korbflechter, Floristen, Weber, Klöppler und Seifenmacher. Jungpflanzen aus dem Domäne-Gartenbau ebenso wie verschiedene Spezialitäten werden angeboten. Für die Unterhaltung sorgen Clownerie und Jonglage, Akrobatik und Seillauf sowie die Band „Iris Gleichen“ mit Folk, Blues und Bluegrass. Am Sonntag findet um 15 Uhr die traditionelle Schafschur-Vorführung statt.
Geöffnet ist der Töpfermarkt an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt kostet zwei, ermäßigt einen Euro.












Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „