Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser und kultureller Herkunft zusammenzubringen, das ist das Ziel der Tage des interkulturellen Dialogs. Bereits zum zehnten Mal fand die Veranstaltung in Berlin statt, am Donnerstagabend auch in Lichterfelde. Unter dem Titel „(M)eine Kiezgeschichte“ hatte die Villa Folke Bernadotte vom Mittelhof e.V. zu einem Dialogtisch eingeladen. Um den versammelten sich neben Einrichtungsleiter Hanno Giese vier weitere Männer und Frauen, nur eine von ihnen war keine Lichterfelderin, sondern war aus Moabit gekommen. Ingrid* hat einen Freund in Lichterfelde, weshalb sie häufig in Lichterfelde sei, erzählte sie. Die anderen waren alles alte Lichterfelder, die den Ortsteil oder auch die Stadt zwischendurch mal verlassen hatten, aber irgendwann wieder zurück kamen. Wie Monika. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, als Jugendliche durch die Villa Folke Bernadotte „herumgeturnt“ zu sein. Als sie dann las, dass die Dialogrunde dort stattfinden soll, wollte sie sich dort noch einmal umschauen, ob sie Altes wiedererkennt. Ähnlich ergangen war es Arend, der einst die Lilienthal-Schule besuchte und in der Freizeiteinrichtung in der Villa Bernadotte Tischtennis spielte.
Jürgen ist „uralter Lichterfelder“ und setzt sich für den Ortsteil ein; so ist er Mitbegründer der Bürgerinitiative, die sich für eine Verschönerung des Kranoldplatzes einsetzt. Er habe Bilder aus dem Steglitzer Heimatmuseum, die zeigen, dass auf dem Kranoldplatz früher Bäume standen, erzählte er. Das überraschte Monika, die wohl älteste Teilnehmerin in der Runde. Wann das wohl gewesen sei, denn sie kenne den Platz nicht mit Bäumen, fragte sie sich. Jürgen will den Bezirk verschönern, setzt sich auch für den Erhalt von Parks Range ein.
Ein paar Schlaglichter auf die Geschichte Lichterfeldes warfen die fünf Teilnehmer in der Gesprächsrunde, etwa dass es ein Ort der Forschung aber auch des Rückzugs war, dass dort die erste Straßenbahn fuhr, Lichterfelde Süd einst Giesensdorf hieß. Giese wusste zu erzählen, dass Anfang der 1980er Jahre die Hausbesetzerbewegung auch bis nach Lichterfelde kam. Jugendliche hätten ein Haus schräg gegenüber der Villa Folke Bernadotte besetzt. Aus der Villa gab es Unterstützung mit Strom und Wasser. Nur war das besetzte Haus damals gar nicht leer, sondern sei von einem Rockerclub namens „memento mori“ genutzt worden, erzählte Giese. Die Rocker waren natürlich nicht begeistert.
Arend wusste zu berichten, das an der Stelle des Hauses in der Bahnhofstraße, in dem er jetzt wohnt, einst eine Villa stand, die eine Bürgerinitiative in den 1970er Jahren versucht habe zu retten. Damals allerdings schien das noch nicht von so großem Interesse zu sein. Jürgen, der an den Apoldaer Gärten wohnt, konnte sich noch daran erinnern, dass es dort einst die „Zigeuner-Wiese“ gab. Doch die Bewohner wurden von den Nazis verscheucht, vielleicht sogar deportiert. Stattdessen wurden dort Kleingärten angelegt, erzählte Jürgen. Heute stehen dort Stadtvillen.
Nachdem Giese erzählt hatte, dass in der Villa einst Manfred von Ardenne gelebt und geforscht hatte, es dort sogar ein acht Meter hohes Labor gegeben habe, in dem die Kultureinrichtung Kletterwände einbaute, wollten die Teilnehmer sich dieses Kletterlabor gerne ansehen. Und so endete der Dialog mit einem Gang durch die Villa.
(go)
* Auf Wunsch der Teilnehmer werden diese nur mit Vornamen genannt.













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner