Prof. Dr. Stefan Rinke ist der erste Einstein Research Fellow Foto: FU/Wannenmacher

Der Historiker Prof. Dr. Stefan Rinke von der Freien Universität (FU) Berlin wird als erster Einstein Research Fellow von der Einstein Stiftung Berlin gefördert. Der Wissenschaftler wird zwei Jahre lang in einer groß angelegten Studie am Ibero-Amerikanischen Institut (IAI) über den Einfluss des Ersten Weltkrieges auf das Bewusstsein in Lateinamerika forschen. Die Einstein Stiftung unterstützt das Projekt und finanziert die Vertretung durch den Wissenschaftler Nikolaus Böttcher.

„Lateinamerika war 1918 nicht mehr so wie 1914“, sagt Stefan Rinke. Obwohl die lateinamerikanischen Länder militärisch nur eine marginale Rolle im Ersten Weltkrieg gespielt hätten, habe der Krieg eine enorme Wirkung auf das globale Bewusstsein der Menschen in diesem Teil der Welt gehabt – so die These Rinkes. In seiner Studie will der Professor erstmals zeigen, wie der Erste Weltkrieg die lateinamerikanische Sicht auf die globale Ordnung veränderte.

„Nirgendwo in Deutschland, nicht einmal in anderen Ländern Europas, steht mir eine größere Sammlung an Materialien zur lateinamerikanischen Geschichte und ein so inspirierendes Forschungsumfeld zur Verfügung“, erklärte  Rinke. Durch das Einstein Research Fellowship könne er sich voll auf die Forschung konzentrieren, die Bedingungen seien optimal. „Das ist eine hohe wissenschaftliche Auszeichnung.“ Stefan Rinkes Forschungen als Einstein Research Fellow sollen unter anderem in ein umfangreiches Buch münden. Für die Veröffentlichung konnte er den Campus Verlag gewinnen.

Das Programm „Einstein Research Fellowship“ ermöglicht Professoren von Berliner Universitäten einen maximal zweijährigen Aufenthalt an einem außeruniversitären Forschungsinstitut. Für Nachwuchswissenschaftler ist die von der Stiftung finanzierte Vertretung eine Chance, ihr Profil zu schärfen. Die Einstein Stiftung Berlin wurde 2009 vom Land Berlin gegründet.

(sn)