Wie kriegt man Ausbildungsbetriebe und die passenden Azubis zusammen? Mit einem Ringpraktikum, erläuterte Guido Monreal von der TeachCom gGmbH dem Ausschuss für Wirtschaft, Personal und Europa.

Um gute Azubis zu bekommen, müssen kleine und mittlere Unternehmen frühzeitig Kontakt mit den Jugendlichen aufnehmen, erklärte der Projektleiter. Deshalb setze die TeachCom beim Berufspraktikum in der neunten Klasse an. Drei Unternehmen aus einer Branche bildeten einen sogenannten Ring, den die Jugendlichen während des Praktikums durchlaufen. Dabei lernten sie drei unterschiedliche Unternehmen, drei Unternehmenskulturen und drei Tätigkeitsfelder kennen. Die beteiligten Firmen hingegen lernten in dieser Zeit statt ein bis zwei insgesamt sechs Jugendliche kennen. Die müssen während des Praktikums gemeinsam eine Aufgabe lösen.

Wie die aussehen kann, zeigte Monreal den Bezirksverodneten. So werde im Metallring ein Zug gefertigt, die Elektrotechniker entwerfen die Technik dafür, der Bereich Druck und Medien entwirft die Verpackung, die Praktikanten im Ring Verwaltung kalkulierten die Preise. „Das ist anspruchsvoll“ betonte Monreal. Deshalb gebe es auch eine Vorbereitungs-AG. Insgesamt 24 Stunden ihrer Freizeit müssen die Jugendlichen dafür investieren. „Das zeigt ihre Motivation. Sie wollen in dieses Berufsfeld“, ist Monreal überzeugt. Doch sie müssen sich auch an strenge Regeln halten. Wer dreimal zu spät kommt, ist raus, wer einmal unentschuldigt fehlt, ebenso. Krankschreibungen müssen am ersten Tag vorliegen. Damit sei man strenger als die meisten Arbeitgeber, weiß auch Monreal.

Nach dem Praktikum geht es weiter mit der Betreuung. Betriebe, die von einem Praktikanten überzeugt sind und diesen gern ausbilden wollen, müssen einen Mentor stellen, der den Kontakt bis zum Schulabschluss gut eineinhalb Jahre später aufrecht hält.

Im vergangenen Herbst war ein erster kleiner Durchgang in Steglitz-Zehlendorf gestartet. Von sieben Jugendlichen, die sich beworben hatten, gingen fünf in die Betriebe, vier anschließend ins Mentoring. In Tempelhof-Schöneberg sie man bereits ein wenig weiter. Dort hätten von sieben Jugendlichen fünf einen Ausbildungsplatz bekommen. Im Herbst soll nun eine größere Runde mit 48 Teilnehmern starten.

Vor allem Jugendliche, deren Zeugnisse nicht so toll sind, könnten bei diesem Praktikum „durch Machen überzeugen“, so Monreal. Mit dem Ringpraktikum wendet sich die TeachCom an Integrierte Sekundarschulen.

Das Projekt Ringpraktikum wird für eine Dauer von zwei Jahren gefördert mit Mitteln aus dem Programm Partnerschaft – Entwicklung – Beschäftigung (PEB) des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit sowie dem Europäischen Sozialfond. Die Co-Finanzierung übernehmen die Unternehmen.