Am Samstag, den 9. Juni, ist es wieder soweit: Bei der „Langen Nacht der Wissenschaften“ öffnen über 70 wissenschaftliche Einrichtungen in Berlin und auf dem Potsdamer Telegrafenberg ihre Türen für alle. Von 17 bis 24 Uhr haben Besucher die Möglichkeit, an Orte zu gelangen, die sonst nicht zugänglich sind und Wissenschaft live bei zahlreichen Experimenten, Vorträgen, Workshops und Mitmachaktionen zu erleben. Die Auswahl ist riesig: Allein in Steglitz-Zehlendorf finden circa 535 Veranstaltungen statt.
Die Eröffnung der „klügsten Nacht des Jahres“ findet um 16 Uhr im Henry-Ford-Bau/ Max-Kade-Auditorium der FU in der Garystraße 35–37 in 14195 Berlin-Dahlem statt. Beim sogenannten „Science Slam“ werden drei Forscher versuchen, jeweils ein komplexes wissenschaftliches Thema in nur 10 Minuten auf knappe und unterhaltsame Weise zu erklären. Die Zuschauer entscheiden am Ende über den besten Auftritt. Außerdem wird dort der Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller das offizielle Startsignal zur „Langen Nacht“ geben.
Die FU beteiligt sich an der „Langen Nacht“ mit rund 530 Veranstaltungen auf ihrem Campus in Dahlem und Lankwitz sowie auf dem Campus Benjamin Franklin der Charité. Das Angebot umfasst das gesamte Fächerspektrum der Hochschule.
Vorab bietet die FU eine kostenlose App „Lange Nacht 2018 – FU Berlin“ an, in der die Veranstaltungsangebote, Busrouten und Wege der Campusgelände in Dahlem und Lankwitz dargestellt werden.
Bei der „klügsten Nacht des Jahres“ kann man die Wissenschaft auch per Rad erleben: Mit geführten Fahrradtouren begeben sich die Teilnehmer auf eine Erkundungstour zu Berliner Forschungsstätten und erhalten dabei unter anderem Einblick in die Dahlemer Wissenschaftsgeschichte. Start und Ende der Fahrradtour durch Dahlem ist die Holzlaube der Freien Universität, Fabeckstraße 23/25, 14195 Berlin. Eine Anmeldung ist erforderlich und unter www.langenachtderwissenschaften.de/index.php?article_id=549 möglich.
Offiziell beginnt die „Lange Nacht der Wissenschaften“ um 17 Uhr, an einigen Standorten allerdings schon etwas früher. Alle Informationen zum Programm gibt es unter www.langenachtderwissenschaften.de.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 14 Euro, ermäßigt neun Euro. Ein Familienticket gibt es für 27 Euro. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt. Ein Late-Night-Ticket kostet sechs Euro und wird an den Abendkassen ab 22 Uhr verkauft.
(eb)












Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „