
Bild von Ingo Kramarek auf Pixabay
Nr. 0854
Zu einem Verkehrsunfall, an dem auch ein Einsatzwagen der Polizei Berlin beteiligt war, kam es gestern Nachmittag in Steglitz.
Nach dem bisherigen Erkenntnisstand wurde gegen 14 Uhr eine Funkstreife des Polizeiabschnitts 45 in den Steglitzer Damm alarmiert, weil sich dort verdächtige Personen an einem Geldautomaten zu schaffen machten.
Der Einsatzwagen befuhr die Klingsorstraße mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Albrechtstraße und fuhr an der Birkbuschstraße bei roter Ampel in die Kreuzung ein. Dabei kollidierte das Fahrzeug mit dem von links kommenden VW eines 63-Jährigen, der in Richtung Siemensstraße unterwegs war. Bei dem Zusammenstoß touchierte der VW Tiguan einen entgegenkommenden VW Polo eines 28-Jährigen, der unverletzt blieb.
Der 63-Jährige kam mit einer Rückenverletzung zur stationären Behandlung in eine Klinik. Auch seine 16-jährige Tochter, die auf dem Beifahrersitz saß, verletzte sich am Oberkörper und wurde ebenfalls stationär aufgenommen. Der im Fond sitzende, 13 Jahre alte Sohn blieb unverletzt.
Der Fahrer des Polizeiautos erlitt eine leichte Kopfverletzung, ließ sich ambulant behandeln und beendete danach seinen Dienst. Eine freiwillige Atemalkoholtestung bei dem Beamten ergab einen Wert von null Promille. Seine beiden Begleiter kamen mit dem Schrecken davon.
Für die Unfallaufnahme war die Kreuzung bis etwa 16.30 Uhr gesperrt, wovon auch der Buslinienverkehr betroffen war.
Der im Steglitzer Damm gemeldete Sachverhalt, zu dem dann andere Funkwagen alarmiert worden waren, hatte sich indes nicht bewahrheitet.
Die weiteren Ermittlungen hat das Fachkommissariat für Verkehrsdelikte der Polizeidirektion 2 (West) übernommen.
(pol)












Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „