
Foto: Berlin.de
Seit über zehn Jahren wird über die Nachnominierung der Waldsiedlung Zehlendorf zum UNESCO-Welterbe „Siedlungen der Berliner Moderne“ diskutiert.
Auf Initiative des Bezirks Steglitz-Zehlendorf und des Landesdenkmalamtes Berlin in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat der Berliner Senat beschlossen, einen entsprechenden Antrag vorzubereiten. Wesentlicher Bestandteil einer UNESCO-Auszeichnung ist bereits in der Antragsphase (und darüber hinaus) die Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern in das Verfahren.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger aus Steglitz-Zehlendorf sowie auch alle Berlinerinnen und Berliner herzlich zu einer digitalen Bürgerwerkstatt ein. Diese findet am
11. August 2021, von 15 bis 17.30 Uhr statt.
Worum geht es in der Bürgerwerkstatt?
Wir informieren über den aktuellen Sachstand des Nominierungsverfahrens und möchten mit allen Interessierten über die Waldsiedlung Zehlendorf diskutieren und auch über die Siedlungen der Berliner Moderne ins Gespräch kommen. Was sind die Besonderheiten der Waldsiedlung, die sie in eine Reihe mit den bereits nominierten Siedlungen stellt? Was erwartet Bewohnerinnen und Bewohner einer Welterbestätte? Was ist die sogenannte Pufferzone und werden dann Touristenströme zu erwarten sein?
ANMELDUNG:
Vorab formlos per E-Mail unter welterbevorschlag@complangmbh.de , die Einwahldaten folgen rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn.
Weiterführende Informationen: www.berlin.de/landesdenkmalamt/ abgerufen werden.
Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski:
„Bei einem Welterbe geht es um den globalen Wert für die gesamte Weltgemeinschaft und darum, diesen auch für künftige Generationen zu erhalten. Ich bin sehr stolz, dass wir nun diesen konkreten Schritt, nach über 10 Jahren, in Richtung Nachnominierung der Waldsiedlung Zehlendorf zum UNESCO-Welterbe gehen. Ich freue mich gemeinsam mit Ihnen zu diskutieren, Ihre Meinungen und vielleicht auch Bedenken zu hören.“
Leiter der Wirtschaftsförderung, Michael Pawlik:
„Ich würde eine Nachnominierung der Waldsiedlung Zehlendorf zum UNESCO-Welterbe sehr begrüßen, da wir uns als Wirtschaftsförderung für das gesamte Gebiet insbesondere auch für den dort bestehenden Nahversorgungsstandort “Ladenstraße Onkel Toms Hütte” schon seit Jahren mit Hilfe von europäischen Fördermittel-Projekten einsetzen!“
Zum Austausch stehen u.a. bereit:
Cerstin Richter-Kotowski (Bezirksbürgermeisterin Steglitz-Zehlendorf), Dr. Christoph Rauhut, (Landeskonservator Landesdenkmalamt), Dr. Dagmar Tille (Oberste Denkmalschutzbehörde / UNESCO Welterbe), Dr. Jörg Rüter (Untere Denkmalschutzbehörde), Dr. Brigitte Hausmann (Amt für Kultur und Weiterbildung),Sabine Ambrosius (Referentin Welterbe Landesdenkmalamt), Ben Buschfeld (Bewohner der Hufeisensiedlung und Betreiber von „Tautes Heim“).
(BA Steglitz-Zehlendorf)












Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „