Schöneres Wetter konnte es kaum geben für die Eröffnung der Wannsee-Terrasssen am Freitag. Um 12 Uhr öffnete das Traditionslokal nach mehr als 13 Jahren wieder für Besucher. Die strömten zahlreich an den Wannseebadweg und genossen den Ausblick von der Terrasse, auf der bis zu 500 Personen Platz finden. Weitere 350 Plätze gibt es im Inneren des im englischen Landhausstil errichten Restaurants.
Rund 10 Millionen Euro soll Investor Harald Huth an dem Standort investiert haben. Zahlreiche Auflagen gab es zu beachten, denn das Lokal liegt in einem Wasserschutzgebiet, der Seeblick musste unverbaut bleiben, weshalb die Zahl der Sitzplätze im Außenbereich auf die Hälfte reduziert wurde. Auch neue Parkplätze wurden nicht genehmigt, so dass die Gäste am Strandbad parken und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen müssen. Orientierung beim Neubau gaben alte Baupläne.
Betreiber des Lokals ist Guido Greifenberg (Crown & Clown), der bereits die Puro-Bar im Dachgeschoss des Europa-Centers und in das Restaurant Seerose in Potsdam betreibt. Die Karte von Küchenchef Andelko Krmpotic ist hochwertig, Vorspeisen wie Rindertartar und Krabbensalat gibt es ab acht Euro, Hauptspeisen wie Loup de Mer und Entrecote ab 16 Euro. Dazu gibt es ehe reiche Auswahl an Weinen und für Süßmäuler eine lange Karten mit Kuchen und Torten.
Geöffnet sind die Wannsee-Terrassen täglich ab 12 Uhr.
(sn)













Foto: Patrick Meyer[/caption]
Von Milwaukee über Asien nach Steglitz-Zehlendorf, vom US-Soldaten zur Berliner Radiolegende. Ende März ist Rik de Lisle gestorben, er wurde 79 Jahre alt.
Ein Beitrag von Patrick Meyer
„Hi! Icke bin’s, der Alte Ami, Rik de Lisle!“ Jahrzehnte lang begrüßte Rik so die Berlinerinnen und Berliner zu seinen Shows, auch als die Stadt noch geteilt war. Er war schon mit Mitte 30 der „Alte Ami“ - weil er einer der ältesten Kollegen in der Redaktion war und es einfach auch gut klang. Viele waren überrascht, dass hinter der markanten Stimme mit dem unverwechselbaren amerikanischen Akzent aus dem Radio ein weißer, bärtiger Mann stand.
Rik, der Junge aus Milwaukee war durch eine Verkettung überraschender Umstände in West-Berlin gelandet: inmitten des Kalten Krieges strandete er auf einer kleinen Insel, wo Punks und Bankangestellte zusammen ein Bier tranken und sich gegenseitig den Sinn des Lebens erklärten. West-Berlin war so ein absurdes, weltpolitisches Konzept, das dem AFN-Diskjockey, der aus dem Rettungssanitäter geworden war, gefiel und in der Stadt bleiben ließ. Für immer. Rik hatte Berlin verstanden.
Obwohl man hörte, dass er nicht in Lichterfelde oder Charlottenburg aufgewachsen war, bestand schnell kein Zweifel mehr daran, dass Rik ein Berliner Original war. Er liebte die Menschen, aber nicht unbedingt das Rampenlicht. Ein Typ, der sich interessierte, aber nicht wollte, dass man ihm die Zeit stiehlt. Ein Perfektionist seines Fachs, der Talente erkannte und förderte, Einsatz forderte und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt, auch wenn das bedeuten konnte, jemanden zu verletzen.
Den Hörern war das Wurscht, weil sie spürten, dass er Radio liebte. Er brachte amerikanische Musik und das freiheitliche Lebensgefühl in den Alltag vieler Menschen, die oft mit dem Kassettenrecorder die neuesten Songs aufnehmen wollten, die Rik in seinen Shows spielte.
Als ich ihn irgendwann fragte, ob wir sein Leben nicht dokumentarisch festhalten sollten, fand er die Idee erst befremdlich und stimmte dann doch zu. So entstand 2017 der englischsprachige Film „